Sicherheit beim Rudern (im Winter)

Der Vortrag zur Sicherheit beim Rudern am 26.01.2026 war gut besucht und hat
eindrucksvoll gezeigt, wie sehr uns das Thema im Vereinsalltag bewegt. Sicherheit ist
ein zentraler Bestandteil unseres Sports. Gut ausgebildete und vorausschauend
handelnde Rudernde vermeiden die meisten kritischen Situationen.

Bootsseitige Sicherheit

Ein wichtiger Punkt des Abends war die Frage, wie sicher unsere Boote konstruiert sind.
World Rowing (früher FISA – Fédération Internationale des Sociétés d’Aviron) gibt
verbindliche internationale Standards vor, die weltweit gelten und die Sicherheit
gewährleisten sollen.
Alle Boote, die ab 2007 gebaut wurden, müssen auch im vollständig vollgeschlagenen
Zustand schwimmfähig bleiben. Für uns bedeutet das: Bis auf wenige ältere erfüllen
unsere Boote diese Vorgaben und sind damit nach internationalen Standards sicher
konstruiert.
Ein weiterer Punkt betrifft die Fußgurte. Sie müssen so konstruiert sein, dass sie
jederzeit schnell und ohne Kraftaufwand zu öffnen sind. Das ist entscheidend, um im
Fall eines Kenterns oder Vollschlagens sofort aussteigen zu können. Im MüWa ist das
bereits Standard: Unsere Boote sind mit leicht lösbaren Verschlüssen ausgestattet.

Persönliche Sicherheit

Auch die persönliche Ausrüstung spielt eine große Rolle. Rettungswesten, wärmende
und möglichst leuchtende Mützen erhöhen die Sicherheit deutlich – besonders in der
dunklen Jahreszeit. Seit 2022 gilt im MüWa zudem die Empfehlung, Rettungswesten zu
tragen. Besonders sinnvoll sind automatische Rettungswesten, da sie ohnmachtssicher
sind. Sie drehen eine bewusstlose Person zuverlässig in die Rückenlage und halten die
Atemwege über Wasser. Im Vortrag wurde außerdem gezeigt, dass man auch mit
geöffneter Rettungsweste vorwärts schwimmen kann, was vielen die Sorge nimmt, im
Ernstfall in der Beweglichkeit eingeschränkt zu sein.
Eine Idee aus dem Vortrag war die Ergänzung durch leuchtende MüWa-Mützen, die
Sichtbarkeit und Vereinszugehörigkeit verbinden könnten.

Check vorm Ablegen

Vor dem Ablegen lohnt sich ein kurzer innerer Check (aus Sicht des Obmanns):
Wie ist das Wetter? Ist ein Handy an Bord? Fühle ich mich mit der Mannschaft sicher? Ist
der Eintrag im Fahrtenbuch erledigt? Habe ich eine Rettungsdecke dabei? Und wie wird
gesteuert – vom Heck oder Bug aus?


Seit 2024 gilt im MüWa: Alle Obleute führen ihr Handy mit und speichern wichtige
Nummern wie die der Wasserschutzpolizei Köln (0221 / 88 79 160) und der Feuerwehr
(112). Die Ruderordnung (§ 15) regelt zudem, welche Wetterlagen ein sicheres Ablegen
erlauben.

Was tun, wenn es kritisch wird?

Kommt es dennoch zu einer kritischen Situation gilt: Ruhe bewahren.
Bei vollgeschlagenem Boot Richtung Ufer rudern.
Wichtig: bei Kenterung zuerst in der Mitte aussteigen und am Boot bleiben.
Entscheidend ist den Körper so weit wie möglich aus dem Wasser zu bringen,
Bewegungen zu reduzieren und die Atmung zu kontrollieren. Gesicht und Oberkörper
sollten möglichst trocken bleiben. Kaltes Wasser bleibt eines der größten Risiken im
Rudersport.
Bei einer Rettung ist die horizontale Bergung wichtig, um gefährliche
Kreislaufreaktionen zu vermeiden. Danach folgen Notruf, Entfernen nasser Kleidung
und Wärmeerhalt.
Insgesamt zeigt sich: Unsere bisherigen Empfehlungen sind solide. Der letzte
Auffrischungskurs für Obleute fand 2023 statt, der nächste ist für 2027 geplant.
Die Idee einer neonfarbenen MüWa-Mütze könnte ein sichtbares Zeichen für Sicherheit
und Zusammenhalt im Verein setzen.

Hier gibt es weitere Tipps und Bilder: https://www.sicher-rudern.de

Eure Ruderwarte

P.S. Das Beitragsbild ist (natürlich) KI-generiert 😉