Hinweise zur Hausstrecke und Verhalten im Notfall

Die Ruderwarte haben aktuelle Hinweise zur Hausstrecke zwischen Bootshaus, Deutzer Hafen und zurück zusammengestellt. Anlass sind veränderte Bedingungen auf dem Rhein, unter anderem niedrige Wasserstände, neue Anleger, liegende Schiffe und veränderte Durchfahrtsbereiche.

Die Hinweise richten sich insbesondere an Obleute und sollen helfen, Fahrten sicher, vorausschauend und situationsangepasst zu steuern. Ergänzt werden sie durch Handlungshinweise für Notfälle.

Die Unterlagen werden fortlaufend aktualisiert. Rückmeldungen, Beobachtungen und praktische Erfahrungen aus dem Ruderbetrieb sind ausdrücklich willkommen.

Untenstehende Hinweise findet ihr kompakt als PDF hier.

Hinweise zur geänderten Hausstrecke (Stand Juni 2026)

Unsere Hausstrecke vom Bootshaus zum Deutzer Hafen unterliegt laufend Veränderungen. Das sollte allen Obleuten jederzeit bewusst sein.
Der Wasserstand ist über lange Zeiträume niedrig, Schiffe liegen tagsüber dauerhaft vor dem Mülheimer Hafen und an der Kaimauer unterhalb des Deutzer Hafens, und neue Anleger wurden sowohl rechtsrheinisch vor der Deutzer Messe als auch linksrheinisch
vor der Altstadt gebaut. Diese Veränderungen erfordern eine Anpassung unserer gewohnten Fahrweise.

Alle Hinweise dienen der Orientierung. Jede Obfrau und jeder Obmann bleibt jederzeit selbst verantwortlich für das sichere, vorausschauende und situationsangepasste Steuern des Bootes.

Bitte beachtet auch die neue Ruderordnung und nehmt insbesondere bei jeder Fahrt ein Mobiltelefon mit.

Folgende Punkte gilt es zu beachten:

  1. Abstand zum Ufer
    Haltet mehr Abstand vom Ufer:
    · mindestens ca. 5 m (zwei Skulllängen),
    · bei flachem Ufer mindestens ca. 10 m (eine Bootslänge).
    · Fahrt nicht weit zwischen den Kribben.

    Der dauerhaft niedrige Wasserstand macht eine ufernahe Fahrt riskant – für Mannschaft und Boot. Bei niedrigem Wasser ziehen vorbeifahrende Schiffe zudem rund 50 cm Wasserhöhe weg, die anschließend wieder zurückströmt. Das kann Boote in Richtung Ufer oder Hindernisse versetzen oder aufsetzen.
  2. Kreuzen unterhalb von Hindernissen
    Kreuzt möglichst unterhalb von parkenden Schiffen und Hindernissen. So vermeidet ihr, durch Strömung oder bei unerwarteten Problemen im Boot auf das Hindernis zu stoßen.
  3. Kreuzen oberhalb von Hindernissen
    Beim Kreuzen oberhalb von parkenden Schiffen, Tonnen oder Brückenpfeilern muss ein großer Abstand eingehalten werden. Berücksichtigt, dass Hindernisse im Wasser eine Sogwirkung haben (das Wasser verdichtet sich am Hindernis und strömt dort schneller: der berüchtigte „Holzmagnet“ ). Wenn Wind und Wellen dazu kommen oder z.B. ein:e Ruderer:in ein Skulls verhakt und verliert, brauchst Du noch genügend Abstand und Zeit zur Reaktion. Das können situationsabhängig bis 500 m sein, wie vor bergfahrenden Schiffen (also rund drei Schiffslängen).
  4. Schiffsanleger Deutzer Messe
    Steuert nicht zwischen den Schiffsanlegern und dem Ufer. Kreuzt nicht vor dem Bug der dort liegenden Schiffe in die Strömung.
  5. Kaimauer unterhalb des Deutzer Hafens
    Beachtet, dass Schiffe dort neuerdings anlegen und parken dürfen.
  6. Durchfahrt Severinsbrücke
    An der Severinsbrücke kann rechtsrheinisch zwischen Ufer und Brückenpfeiler nicht mehr gefahren werden, da dort Kiesanschüttungen entstanden sind. Steuert daher strommittig am Brückenpfeiler vorbei und haltet ausreichend Abstand.
  7. Taucherarbeiten Deutzer Hafen
    Im Deutzer Hafen finden derzeit Taucherarbeiten statt. Achtet auf entsprechende Hinweise, Sperrbereiche und Arbeitsboote und passt eure Fahrtstrecke situationsgerecht an.
  8. Keine allgemeine Fahrordnung in Deutzer‑ und Mülheimer Hafen
    In den Hafenbereichen steuern Ruderboote so, wie es die Situation am sichersten zulässt. Liegende Schiffe, Arbeitsboote und Sperrbereiche bestimmen den verfügbaren Raum. Deshalb fährt man dort, wo am meisten Platz ist, reduziert die Geschwindigkeit und weicht früh und deutlich aus. Begegnungen erfolgen möglichst nach Steuerbord, sonst auf der Seite mit dem größeren Sicherheitsabstand. Für den Mülheimer und den Deutzer Hafen gibt es keine allgemeine Fahrordnung, da beide der BinSchStrO unterliegen und die sichere Passage immer von den örtlichen Gegebenheiten abhängt.

    Im Mülheimer Hafen gilt zusätzlich eine vereinsinterne Fahrordnung (Aushang in der Bootshalle beim efa). Im Deutzer Hafen steuern wir in der Regel rechts gegen den Uhrzeigersinn.

Verhalten im Notfall

Beispiel: Kollision mit Hindernis
Ruhe bewahren! Eigenschutz geht immer vor!

  1. Lage sichern
    · Boot stoppen („Ruder halt – Stoppen – Stopp“)
    · Mannschaft sichern (sitzen bleiben)
    · Lage prüfen (Schwimmfähigkeit, Wasser im Boot, Verletzte)
    · Abstand zur Tonne herstellen, wenn möglich
    · bei Tonne Skulls ggf. aus den Dollen nehmen, Boot vorbeiführen
  2. Erste Hilfe & Notruf (Handy ist immer dabei)
    · Verletzte ansprechen
    · Personen im Wasser sichern (Kontakt halten, Skull/Leine reichen)
    · Notruf 112 (bei Verletzten oder Wassereinbruch)
    · Wassserschutzpolizei Köln: 0221 8879 160
    · 5 W Fragen: Wo – Was – Wie viele – Wer – Warten
    · Verein informieren (Vorstand + Ruderwart*in)
    · Angehörigenbenachrichtigung nur durch Polizei (schwere Fälle) oder durch die
    betroffene Person selbst (leichte Fälle). Der Verein informiert nicht eigenständig.
  3. Rückkehr und Nachbereitung
    · Fahrt abbrechen
    · Sicherer Rückweg / Ausstieg
    · Boot aus dem Wasser
    · Schaden dokumentieren (EFA + Foto)
    · Unfallmeldung an Vorstand / Ruderwartin / Bootswartin
    · Gespräch mit Mannschaft
    · Meldung an Versicherung (falls relevant)